Der Freund zu Gast in der Welt! travel blog

 

 


Morgens in Melaka losgefahren mit dem goldenen Malacca Singapore Express von Anno Dazomal, aber wenigstens war der Bus nicht sehr voll und billig. Aus der Abfahrt wurde konsequenterweise 9.30 statt 9 und die Pause wurde mal um gute 35 Minuten verlaengert. Aber das war ja nix neues, ich hatte es net eilig und war ganz gediegen. An Bord waren eigentlich nur Ureinwohner...und zwei Polinnen. Die beiden waren das Bordprogramm. Beide so zwischen 55 und 65, die eine mit der typischen Oekotantenfrisur von grauem Haar und am Hinterkopf zwei von Klammern zusammengehaltene Dinger, von denen sie wohl glaubte, dass es Zoepfe sind. Beide waren eher von dem Typ Hardcorelesbe (no offence!) im Dschungeloutfit mit Travellerpant und Stiefeln (bei gefuehlten 40 Grad und null Wind) und eine (nicht Oeko-Mutti) haette mal lieber Groesse 56 statt 36 gekauft. Aber so schwabbelte unterhalb der Guertellinie und oberhalb ein Rettungsring. Dabei waren wir net mal auf dem Wasser! Oeko-Mutti war anscheinend der Meinung, jetzt so weit weg von zuhause waere ein BH auch voellig ueberfluessig, man kann sie ja auch gut auf den Knien ablegen. Am Rasthof waren die beiden gleich einkaufen mit so nem Einkaufskorb als wollten sie einen Grosseinkauf machen...bei 5 Regalen (3 uebrigens mit Keksen und Chips). Aber der Korb hat sich natuerlich bewehrt bei zwei Nescafedosen udn einer Packung Cashews...vlt haetten sie doch lieber nen Einkaufswagen genommen. Die Fahrt war wie alle malaysischen Fahrten total unspektakulaer und mitten auf der Autobahn mussten die Leute den Bus wechseln, weil so muessen nicht zwei Busse wo hinfahren sondern sparen Sprit. Meine beiden Freundinnen mussten auch umsteigen, da sie nach Johor Batur wollten. Eine Stadt ueber die mein Lonely Planet sagt es gibt nix ausser man hat was fuer zwielichtige Grenzstaedte uebrig.

Die Grenze zwischen Malaysia und Singapur ist heftig. Zuerst muss an auf malaysischer Seite durch ein gigantisches Terminal am Damm nach Singapur. Dort steigt man aus, ohne Gepaeck und geht zur Ausreisekontrolle, dann steigt man wieder in den Bus. Auf singapurischer Seite wieder raus aus dem Bus, mit Gepaeck, durch die Passkontrolle und den Securitycheck (ich musste noch nie meinen Rucksack aufmachen, irgendwie scheine ich nicht gefaehrlich auszusehen), dann wieder rein in den Bus und ab zum Busparkplatz (Bahnhof waere zuviel). Im Hotel angekommen hab ich mich erstmal ueber die Regel gewundert, dass man kein Gepaeck am Bett haben darf. Alles musste am Ende des Dorms in so eine Art Abstellkammer gestellt werden. So ganz hab ich das nicht verstanden und mich auch net drangehalten. Mein erster Eindruck von Singapur war, dass es dort bei weitem nicht so sauber ist, wie gerne propaganidiert wird. Besonders an den grossen Strassen um die Innenstadt herum liegt super viel Muell. Mein erstes Ziel war es den touristischen Ballast abzuwerfen. Bei der Post musste ich dann 30 Oecken berappen fuer das Paeckchen von 2,5 kg! Wer was verschicken moechte sollte am besten die Platin American Express dabei haben oder ne Hypothek aufs Haus aufnehmen. Danach gings los durch die Stadt. In Little Arabia war grad Ramadan Basar, was ich etwas merkwuerdig finde, da Essen verkauft wird, dass der ganze Stadtteil nicht essen darf. Es gab nur Fressstaende. Beim Schlendern durch die Stadt stand ich auf einmal vor einem mehrer Meter hohen Zaun mit Betonfundament...upss...Guantanapur..ach ne, doch nur die Begrenzung fuer den Grossen Preis von Singapur. Ich bin dann ein wenig auf der Strecke rumgelatscht, da sie teilweise schon fuer den Verkehr gesperrt gewesen war. Den Weg ziwschen Kurve 17 und 18 bin ich komplett am Wasser lang gelaufen.
 
Die ganze Stadt ist echt eine Baustelle, abgesehen von der Formel 1, wird an jeder Ecke was gebaut, besonders in einem Hafenbecken wo einfach ringsherum nur Kraene stehen. Im Dorm stiess ich auf einen Finnen und einen Australier und die beiden kannten deutsche TV-Serien. Der Australier guckt Kommissar Rex und der Finne Ein Fall fuer Zwei. Das ist also was ein Eindruck von Deutschland im Ausland vermittelt wird. Kommissar Rex ist Oessterreicher, verdammt nochmal!!!!

Der 09.09.09 war dann ein Hammertag. Insgesamt war ich fast 13 Stunden unterwegs.Das Programm beinhaltete Innenstadt und Chinatown.

 
Chinatown in Singapur??? Hier leben 75% Chinesen! Sollte man da nicht einfach aus Singapur einfach Chinamegatown machen oder Sinpur oder einfach Chinatown einfach in Little Singapur umbenennen. Und warum eigentlich bekommen alle alle Nationen ihrer eigenen Laender in fremden Staedten (Little India, Little Arabia, Little Italy, etc....), nur die armen Chinesen haben immer nur eine Stadt, Chinatown, das ist doch unfair...aber ich schweife ab. Little China in Chinamegatown unterscheidet sich nicht wirklich von denen in KL, Bangkok oder sonst wo. Kennste einen kennste alle. Ein Haufen schmalaeugiger Menschen, die dich von irgendwas ueberzeugen wollen zu kaufen. Von dort ging es zur Orchard Street, einer Art Zeil mit Autoverkehr und 100mal mehr Laeden. Halbzeit und zurueck ins Hostel um das T-Shirt zu wechseln, die Schwuele hatte ich voellig feucht gemacht. Danach mit der Metro und dem Bus zum Zoo, der echt grandios ist und man den Tieren richtig nahe kommen kann. Danach wollte ich direkt zur Night Safari, aber es war noch hell, also hab ich mich vor dem Eingang des Zoos erstmal niedergelassen. Dabei ist mir aufgefallen, dass das extrem viele Kinder in Singapur dick sind. Das chinesische Essen ist ja net gerade dafuer bekannt fett zu machen, aber man kann eindeutig erkennen wie diese Wohlstandskinder so richtig gemaestet werden. Das Highlight der Show war aber eine Familie (Vater, Mutter, Zwillingsmaedchen und Sohnemann), die unebdingt ein Erinnerungsfoto machen wollten von den Kindern. Also hat Mama die Kinder erstmal vor so nem haesslichen Holzwagen plaziert und noch ein wenig die Armhaltung der Kinder korrigiert, stellte die Kinder in eine Reihenfolge und gab noch ein paar weitere Kommandos. Auf diesem legendaeren Bild (ich stell mir vor wie sie das in 30 Jahren wieder anschauen) lacht kein einziges Kind, dass hatte ihenen ja auch niemand gesagt. Wer haette das wissen sollen? Danach wurde noch von Mutterseite gemeckert, dass es so lange gedauert hat und jetzt die Schildkroete besetzt sei, auf der eine andere Familie Platz genommen hatte. Am Ende waren einfach alle sauer und sind abgezogen. Aber einer hatte richtig viel Spass.

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